Gelenk- und Muskelschmerzen in den Wechseljahren – was hat Progesteron damit zu tun?
Viele Frauen zwischen Mitte 40 und Ende 50 kennen es: Die Knie schmerzen beim Aufstehen, die Schultern sind verspannt, morgens fühlt sich der ganze Körper steif an. Oft heißt es dann: „Das ist eben das Alter.“ Doch so einfach ist es nicht.
In den Wechseljahren verändert sich der Hormonhaushalt deutlich. Neben den Östrogenen sinkt auch das Progesteron. Progesteron ist ein Hormon, das unter anderem beruhigend, entzündungshemmend und muskelentspannend wirkt.
Wird Progesteron weniger, kann das verschiedene Folgen haben:
Muskeln verspannen schneller, die Regeneration dauert länger und Entzündungsprozesse im Körper können leichter entstehen. Das kann sich wie Muskelkater anfühlen, auch wenn man keinen Sport gemacht hat. Auch Gelenke reagieren empfindlicher, weil hormonelle Veränderungen Einfluss auf Bänder, Sehnen und die Schmerzverarbeitung haben.
Viele Frauen bemerken zusätzlich schlechteren Schlaf. Auch das hängt häufig mit einem niedrigen Progesteronspiegel zusammen. Und Schlafmangel verstärkt wiederum das Schmerzempfinden und Verspannungen.
Wichtig ist: Sie bilden sich diese Beschwerden nicht ein. Ihr Körper reagiert auf eine hormonelle Umstellung. Als Heilpraktikerin betrachte ich nicht nur das einzelne Symptom, sondern den Gesamtzusammenhang. In meiner Praxis arbeite ich beispielsweise mit einer ausführlichen Anamnese und in der Regel (da häufig sinnvoll) einer Hormondiagnostik. Hierfür kommen, je nach Patientin bzw Beschwerdebild und ob bereits Hormone angewendet werden, Speichel- oder Bluttests zum Einsatz.
Je nach Befund können pflanzliche Arzneimittel, gezielte Mikronährstoffgaben, bioidentische Hormonpräparate oder Darm- und Lebertherapeutika unterstützend eingesetzt werden. Ergänzend spielen Schlafhygiene, entzündungsarme Ernährung und sanfte Bewegung eine wichtige Rolle.
Ziel ist es, die Ursachen zu verstehen, um Ihrem Körper die Unterstützung zu geben, die er in dieser Phase braucht.